Die Mitglieder
  

Luftballon
Stuttgart

Frühling 1998. Die Suche nach einem stadtteilnahen Kinderkleiderflohmarkt war wieder einmal erfolglos, dass es in Stuttgart zahlreiche Kultureinrichtungen für Kinder gibt, kannte man nur vom Hörensagen und sonstige Informationen rund um das Thema „Familie” musste man sich mühsam selbst zusammensuchen. Nach der Geburt unserer Kinder stellten wir (Familie Rees und Familie Münz) schnell fest, dass ein zentrales Informationsmedium für Familien in der Landeshauptstadt fehlte. Auch in der Region Stuttgart war eine Zeitung, die sich ganz gezielt an Eltern richtete, Fehlanzeige. „Familie” war damals einfach kein Thema, das „in Mode” war.

Aus anderen Städten kannten wir bereits die Idee einer regionalen Elternzeitung. So entstand bei uns der Wunsch ein solches Forum auch für die Region Stuttgart zu gründen. Im Juni 1998 war es dann soweit: wir hielten die 16 Seiten starke Erstausgabe des Luftballon in unseren Händen.

Seit der Gründung ist viel geschehen. Der Luftballon ist inzwischen als das Informationsblatt für die Familien der Region Stuttgart fest etabliert und jeder, der etwas für Familien zu bieten hat, versorgt uns mit Informationen, was unter anderem die rund 1.000 Termine, die wir jeden Monat in unserem Terminkalender abdrucken, zeigen. Natürlich ist auch der Umfang unserer Zeitung gestiegen (in der Regel 64 Seiten dick) und die Auflage (jetzt 55.000 Exemplare) kontinuierlich gewachsen.

Unser Internetauftritt ergänzt mit seinen datenbankgestützten Seiten das gedruckte Angebot unserer Zeitung und auch in Facebook und bei Twitter ist der Luftballon präsent.

Dies war und ist für uns alleine nicht mehr zu schaffen. Ein fester Stamm an freien Journalistinnen und Journalisten unterstützt uns bei der redaktionellen Arbeit. Auch für die Termineingabe, für Graphik und Layout, für die Bürotätigkeiten, die online -Präsenz sowie die Verteilung unserer Zeitung an über 1.600 Auslegestellen haben wir inzwischen einen festen und sehr engagierten Mitarbeiterstamm.

Seit September 2001 findet man den Verlag in der Nadlerstraße 12, direkt hinter dem Stuttgarter Rathaus.

Webseite:
www.elternzeitung-luftballon.de

 

Unser aktueller Artikel

Heute spielen Heute spielen wir Wackelbrücke

Kinderturnen als Einstieg in den Vereinssport

Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder viel Bewegung. Mit dem Sport können sie deshalb gar nicht früh genug beginnen. Den klassischen Einstieg bieten Vereine mit dem Eltern-Kind-Turnen, dem Kinderturnen oder der Kindersportschule KiSS. Alle drei haben eine gemeinsame Grundidee: Spiel, Spaß und Bewegung.

Beim Betreten einer Sporthalle, dem Anblick blauer Turnmatten, Seile, Bälle und Kästen ist kaum ein Kind noch zu halten. Der natürliche Bewegungsdrang setzt unmittelbar ein. Und das ist gut so, denn Sport und Bewegung verhelfen den Kindern zu einer ausgewogenen Entwicklung. Doch Sport erreicht noch mehr: "Bewegung sorgt für körperliche, geistige und soziale Ausgeglichenheit, so Torsten Hartmann, Pressereferent des Deutsche Turner Bundes (DTB).
Schon kleine Sportler erfahren, wie sich der eigene Körper bewegen lässt und welche Bewegungs­möglich­keiten es überhaupt gibt. Doch auch der faire Umgang miteinander, die Rücksichtnahme und das Vertrauen sind wichtige Komponenten, die beim Sporttreiben erlernt werden.
Als Basis der meisten sportlichen Lebensläufe steht das Turnen. Gemeint ist nicht das Kunstturnen mit Saltos und Riesenfelgen, sondern das Kinderturnen mit Spiel und Spaß. In den Vereinen beginnt dies in der Regel mit dem Eltern-Kind-Turnen als Vorstufe zum Kinderturnen.
In diesen Sportstunden werden die wichtigsten motorischen Grundlagen unterstützt und neue gebildet. "Laufen, Springen, Rutschen, Steigen, Fallen - all diese Bewegungen sind wichtige motorische Erfahrungen und erweitern außerdem auch den geistigen Horizont der Kinder", so Susanne Heinichen, Geschäftsführerin der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg.
Bewegung regt die Bildung neuer Nerven­zellen im Gehirn an, fördert Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzen­tration, Körper­bewusst­sein, Selbstvertrauen und das Mitei­nander in einer Gruppe. Nicht zu vergessen: Sport macht Spaß, gleicht emotional aus und macht glücklich.
Im Spiel und in den Übungen werden Kraft, Geschick­lichkeit, Koordi­nation, Schnel­lig­keit, Beweg­lichkeit und Gleich­gewicht geschult. Da­durch entstehen die besten Voraussetzungen für viele spätere sportspezifische Karrieren, auch wenn sie nur im Bereich des Freizeitsports liegen. Erst später folgt die Spezialisierung auf bestimmte Sportarten und damit verbundener Fertig­keiten. Kinder­sport­exper­ten raten nachhaltig: Früh mit dem Sport beginnen, aber spät spezialisieren.


Eltern-Kind-Turnen für Kinder von
zwei bis vier Jahren


Beim Eltern-Kind-Turnen begleiten Eltern oder Großeltern die Kinder zum Turnen. Sie turnen zwar nicht direkt mit, doch sie leisten Hilfestellung, sind in die Spiele und Bewegungsabläufe integriert und dienen auch als Animateure, Motivatoren und Begleiter. Einige kleine Kinder sind noch sehr zurückhaltend, fühlen sich in einer fremden Umgebung unsicher, haben noch keine Erfahrungen in Gruppen gesammelt und benötigen ihre ganz persönliche und vertraute Bezugsperson. Mit einer bekannten Begleitperson trauen sie sich, neue Dinge auszuprobieren und mit anderen Kindern oder fremden Sportlehrern in Kontakt zu treten.
Beim Eltern-Kind-Turnen werden Spiele und Bewegungsformen mit kleinen Geräten oder alternativen Materialien wie Tüchern, Decken, Zeitungen oder Teppichfliesen angeboten. Aber auch Tänze, Bewegungslieder, Geräteaufbauten und Turnlandschaften gehören in das Stundenkonzept.
Das Eltern-Kind-Turnen soll in erster Linie den natürlichen Bewegungsdrang unterstützen. Gleichzeitig werden neue Erfahrungen gesammelt und das Bewegungsspektrum erweitert.


Kinderturnen für Kinder von drei bis acht Jahren

Im Kinderturnen sind die Eltern nicht mehr dabei. Das Programm der Stunden setzt sich zusammen aus Spielen, dem Ausprobieren von und an Geräten, Übungen mit Kleingeräten und rhythmischen und musikalischen Aufgaben. Ziel ist es, die Kinder vielseitig zu bewegen und ihnen verschiedene Fertigkeiten, wie beispielsweise das Fangen und Werfen von Bällen zu vermitteln. Auch Übungen an den Geräten gehören dazu.
Besonders beliebt sind Geräteparcours, an denen geklettert, geschwungen und gehüpft werden kann. Alle motorischen Grundfertigkeiten werden in den Stunden regelmäßig angesprochen und die Kinder somit in allen Bereichen vielfältig gefördert. In Spiel- und Übungsformen werden neben den motorischen Fähigkeiten auch andere Funktionen, sowie die Sprachfähigkeiten der Kinder und die Sozialkompetenz gefördert.


KiSS Kindersportschule für Kinder von vier bis zwölf Jahren

Die Kindersportschulen (KiSS) stellen eine spezielle Variante des Kinderturnens dar. Die Kinder erleben in der KiSS neben den turnerischen Elementen und dem Programm des Kinderturnens ein sportartenübergreifendes Angebot. "Das Ziel ist es, die Kinder möglichst für lebenslanges Sporttreiben zu begeistern", berichtet Daniel Wall, Leiter der KiSS des MTV Stuttgart 1843 e.V.. Um das zu erreichen, dürfen die kleinen Sportler in viele verschiedene Disziplinen hineinschnuppern. Denn nur so können sie herausfinden, was ihnen wirklich Spaß macht. Das Angebot reicht von Ballspielen über Trampolinspringen, Kampfsportarten, Tanz, Slackline, Schwimmen bis hin zum Klettern.
Die Grundlage für das Angebot in der Kindersportschule ist ein Rahmenlehrplan, der mit den Bildungsplänen in den Kinder­gärten und Schulen abgestimmt ist. Das Angebot der KiSS ist in vielen Vereinen integriert und somit flächendeckend in Stuttgart und der Region vertreten.

Die Angebote in den verschiedenen Vereinen gibt es beim Sportamt Stuttgart, Tel. 0711-21659827 oder über den Schwäbischen Turnerbund STB, www.stb.de. Infos zur Kiss gibt es über die Geschäftsstelle,
Tel. 0711-280 77-257,
www.kindersportschulen.de.

von Andrea Krahl-Rhinow

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Eltern als Firmengründer
Babyspezialisten aus der Region

Baden-Württemberg ist das Land der Tüftler. So manche Garagen, Keller und Gartenhäuser sind in Wahrheit Kreativ-Orte und exquisite Manufakturen. Dass hierzulande nicht nur Autos und Zündkerzen erfunden wurden, zeigen unsere Firmenporträts über Spezialisten für Babyartikel.

Ohne Verwechslungsgefahr
Brand.ding ist eine Agentur für personalisierte Babyartikel. Im Online-Shop mein-schnulli.de verkauft Brand.ding Schnuller und andere Babyartikel, die mit dem Namen des Lieblings versehen, zu unverwechselbaren Einzelstücken werden. "Die Idee zu mein-schnulli.de kam mir kurz nach der Geburt meiner Tochter", berichtet Gründerin und Inhaberin Miriam Eberhard-Yom. "In der Kinderbetreuung meines Fitness-Studios habe ich beobachtet, wie die Betreuerin Schnuller vertauscht hat und ich dachte mir, das ist nicht hygienisch. Schnuller müssten beschriftet sein." Die Geschäftsidee war geboren.
Weil Miriam Eberhard-Yom viele Jahre Unternehmen im Bereich e-Commerce beraten hat und sie als Professorin für Marketing weiß, worauf es bei der Unternehmensgründung ankommt, hat sie vor zwei Jahren den Online-Shop gegründet. Gestartet im Gartenzimmer der Stuttgarter Wohnung, hat sie mittlerweile in Maschinen investiert und beschäftigt sechs Angestellte. "Alles Mütter, die sich mit den Produkten identifizieren und ihre Ideen einbringen", sagt sie. Das Sortiment wird ständig erweitert, inzwischen gibt es auch Krabbelschuhe, Decken und sogar Zahnbürsten mit dem Namen, alles "made in Germany". Die Produkte kann man kaufen bei www.mein-schnulli.de.

Die Erfindung des Laufenlernens
Weil sie keine vernünftigen Lauflernschuhe für ihre Tochter gefunden haben, die ihren Ansprüchen an Qualität, Passform und Design gerecht wurden, haben Thorsten und Brigitte Weiß eben selber welche erfunden. "Wir wollten keine 'one-fits-all-Schuhe' aus minderwertigem Leder und schlechter Verarbeitung", erzählt Brigitte Weiß. Als Diplom-Designerin und Sattlerin sowie Diplom-Ingenieur ist es den beiden nicht schwer gefallen, ihre Vorstellungen von gesunden Lauflernschuhen aus hochwertigem, schadstoffgeprüftem Leder zu realisieren. Im Jahr 2007 entstand so in der Garage des Eltern­hauses in Sindelfingen der erste Schuh und das Label "Filii" (lateinisch für "Kinder") war geboren. Heute werden Filii-Schuhe nachhaltig in der gläsernen Manufaktur in Darmsheim bei Sindelfingen handgefertigt.

Weil jeder Fuß anders gebaut ist, werden getreu dem Filii-Leitgedanken die Schuhe bei der Fertigung ergonomisch exakt an den Kinderfuß angepasst. "So bleiben sie am Fußgelenk und ermöglichen dem Fuß ein natürliches Abrollen", erklärt Brigitte Weiß. So individuell die Anatomie des Fußes ist, so einzigartig können die Schuhe im Online-Konfigurator auch in punkto Design und Farbe gestaltet werden. Filii-Schuhe gibt es bei www.filii.eu oder direkt in der Filii-Babyschuhmanufaktur, Robert-Bosch-Str. 4, Sindelfingen.

Die Kunst des Knotens
Was heute als das Normalste der Welt erscheint, den Nachwuchs dicht am Körper zu tragen, sorgte in den 70er Jahren für Aufsehen und für Schlagzeilen. Erika Hoffmann erinnert sich: "Ich brauchte im stressigen Alltag mit vier kleinen Kindern dringend zwei freie Hände. Bekannte schickten mir damals ein Tragetuch aus Mexiko, in dem ich meine Zwillinge trug." Das fiel so auf, dass Anfang 1972 zuerst die Heilbronner Stimme über "die Frau, die ihre Kinder trägt" berichtete, dann wurde das Magazin Stern darauf aufmerksam. Begeisterte Mütter schrieben Briefe und wollten auch so ein Tuch. Als Erika Hoffmann daraufhin Tragetücher produzieren lassen wollte, erntete sie nur Kopfschütteln. In den 70ern war es nicht üblich, dass eine vierfache Mutter eine Firma gründet und schon gar nicht mit solch einem Produkt zu Zeiten, in denen Kinderwägen als Statussymbol galten. Nur eine einzige Weberei sagte zu, so wurden Ende 1972 in Sindelfingen die ersten Tragetücher der Marke Didymos (altgriechisch für "Zwilling") gefertigt.

Erika Hoffmann wurde angefeindet und beschimpft, aber es gab auch Mitstreiter: Ärzte, Professoren und Hebammen, die sie ermutigten, ihren Weg weiter zu gehen. In den vergangenen 40 Jahren wurden Tücher, Trageweisen und neue Produkte entwickelt, dafür wird ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau mit dem internationalen Standard GOTS verwendet. Und heute? Didymos-Tücher werden weltweit getragen, das heißt, über die Vorteile des Tragetuchs braucht man fast niemanden mehr zu überzeugen. Die Tragetücher gibt es unter www.didymos.de und im eigenen Laden in der Alleenstr. 8 in Ludwigsburg.

Pioniere in nachhaltigen Textilien
Wäsche für die ganze Familie aus schadstofffreien Naturfasern, die Schutz und Wohlgefühl bietet und gut aussieht, produziert die Firma Engel, die seit 1982 in Pfullingen sitzt. "Schon meine Eltern hatten das Ziel, Wäsche für Babys, Kinder und Erwachsene aus kontrolliert biologischen Fasern herzustellen. Aber in den 80er Jahren war es gar nicht einfach, zertifizierte Fasern in der von uns gewünschten Feinheit zu erhalten", erzählt Gabriele Kolompar, die den Betrieb inzwischen von ihren Eltern übernommen hat.

Babyhaut ist besonders empfindlich für äußere Einflüsse und Allergien nehmen zu, deshalb wollte die Firma Engel nicht von ihrem Anspruch abrücken, auf chemische Hilfsmittel zur Veredelung, reizende Farbstoffe oder Allergie auslösende Substanzen zu verzichten. Viele Textilien aus dem Hause Engel sind deshalb zertifiziert und beispielsweise mit dem "Global Organic Textile Standard - GOTS" ausgezeichnet und werden in Baden-Württemberg hergestellt.

Wichtiges Anliegen sei die Weiterentwicklung der Produkte auf höchstem Niveau, versichert Gabriele Kolompar. "Vor dem Hintergrund der unwürdigen Arbeitsbedingungen in manchen Betrieben, möchten wir Sozialkriterien und Sicherheitsbestimmungen nicht nur einhalten, sondern überprüfbar machen. Wir glauben, dass die Verbraucher das wertschätzen und bereit sein werden, lieber weniger, aber dafür nachhaltige Produkte zu kaufen."
Engel-Textilien gibt es zum Beispiel im Fabrikverkauf in der Wörthstr. 155 in Pfullingen und im Naturfacheinzelhandel, weitere Bezugsquellen unter www.engel-natur.de.

Christina Stefanou

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