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Potskids
Potsdam

Potsdam ist eine der wenigen Städte in den neuen Bundesländern, in der die Geburtenrate über der Sterberate liegt. Zudem liegt Potsdam im so genannten Speckgürtel von Berlin und der Zuzug von Familien mit Kindern ist groß. Familien und Kinder prägen das Stadtbild und es gibt immer mehr Angebote für diese Zielgruppe, von Spielwarengeschäften, kinderfreundliche Gaststätten, über Kinderturnen bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. Lange Zeit gab es jedoch keine Schnittstelle, an der Eltern und Anbieter sich treffen konnten. Diese Lücke schließt seit zwei Jahren das Familienmagazin PotsKids!. „Ich ärgerte mich darüber, dass ich auf Flyern von Veranstaltungen erfuhr, die ich längst verpasst hatte“, erinnert sich Barbara Keller. Sie ist eine der beiden Herausgeberinnen und lebt wie ihre Kollegin Nicole Luft selbst mit ihrer Familie in Potsdam. Beide sind Pädagoginnen und Journalistinnen und legen besonderen Wert darauf, dass PotsKids! nahe am Alltag ihrer LeserInnen dran ist, rundum praktisch eben: „Am tollsten ist es, wenn uns eine Mutter oder ein Vater auf dem Spielplatz darauf anspricht, was sie gerne einmal in PotsKids! lesen möchten“.

Webseite:
www.potskids.de

 

Unser aktueller Artikel

Ohren gespitzt! Radio-Tipps für Kinder
Wer Radio nur mit Dudelfunk und flapsigem Studiogequatsche in Verbindung bringt, kennt nur die eine Seite dieses Mediums. Aufwendige Beiträge und hochwertige Hörspiele lohnt es zu hören - man muss sie nur suchen und finden. Kindern tut Radiohören unter anderem deswegen gut, weil dabei viel Phantasie gefragt ist. Bevor ein Kind lesen kann, kann es bereits hören. Aber es ist eben nicht egal, was es hört. Wenn Geschichten und Textbeiträge von langen Musikstücken und Werbeblöcken zerhackt sind, kann das sehr störend sein.
Gleich am Anfang eine schlechte Nachricht: Es gibt zwar ein großartiges Radioprogramm speziell für Kinder, das auch Erwachsene ohne Nervenschmerzen hören können - aber es ist nur über Internet zu empfangen. Radijojo (www.radijojo.de) sendet rund um die Uhr, ist nicht-kommerziell und erfüllt einen hohen pädagogischen Anspruch. Inhaltlich gibt es einen interkulturellen Schwerpunkt, dabei kann es beispielsweise um Politik oder Sport oder auch einfach um den Alltag von Kindern aus anderen Teilen der Welt gehen. Natürlich ist bei Radijojo auch Musik aus aller Welt zu hören. Der Sender versteht sich auch als medienpädagogisches Angebot, das Programm wird von Kindern selbst mitgestaltet. Angesichts dieser Positivliste, lässt es sich ja vielleicht doch mit der schlechten Nachricht leben: dann muss der Computer eben in die Küche oder Laptop mit ins Auto...
Doch auch im regulären Radioprogramm finden sich kleine feine Nischen für Kinder: Zappelduster auf RBB-Antenne Brandenburg (UKW-Frequenz 99,7 MHz) ist jeden Abend um 19.04 Uhr zu hören, dauert höchstens 6 Minuten und gefällt schon Kindern ab 3 Jahren. Die beiden Moderatorinnen Nina und Conni lassen in den Beiträgen vor allem Kinder zu Wort kommen, zum Beispiel zu den Themen: Ich will einen Hund oder Was ist ein Schatz?
Beim Ohrenbär von RBB-Radio Berlin (UKW-Frequenz 88,8 MHz) wird schon seit 20 Jahren vorgelesen. Die Radiogeschichten für kleine Leute werden extra für die Sendung geschrieben, richten sich an Kinder zwischen 4 und 8 Jahren und sind täglich von 19.20 bis 19.30 Uhr zu hören.
Der Kakadu vom Deutschlandradio Kultur (UKW-Frequenz 89,6 MHz) krächzt montags bis samstags 13.30-14 Uhr und sonntags 7.30-8 Uhr und 14.05-15 Uhr. Bei Kakadu gibt es Infotage, Erzähltage, Rauskriegtage, Hörspieltage und vieles mehr, am besten wirft man einen Blick in das Programm. Kakadu bietet Reportagen und Hintergrundberichte, Live-Diskussionen und Radiospiele mit Kindern sowie Geschichten und Hörspiele für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren.
Infos: www.ohrenbaer.de, www.radijojo.de,
www.kakadu.de

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Im Wasser - wie in Mamas Bauch
Ganz eng kuschelt die viermonatige Marie mit ihrer Mutter, um die beiden kräuselt sich das warme Wasser des Schwimmbeckens. Danach nimmt die Mutter ihr Baby wie in einer Schale in die geöffneten Hände und zieht sie sanft durch das Wasser.
Babyschwimmen macht Marie Spaß, und auch ihre Mutter ist ganz begeistert, denn beim Babyschwimmen geht es hauptsächlich um die Freude am und im Wasser. "Das gemeinsame Erleben und Spielen fördert den Kontakt zwischen Eltern und Kind" erklärt Anja Lehme, Physiotherapeutin und eine der Kursleiterinnen des Babyschwimmens im Werner-Alfred-Bad in Potsdam. Die Schwimmkurse haben neben dem Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens auch weitaus mehr positive Effekte: Babyschwimmen stärkt die Muskulatur der Kleinen. Das Herz, die Atmung, der Kreislauf und das Nervensystem werden angeregt, die Resistenz gegen Infektionen erweitert, Selbstvertrauen und Motivation gefördert, die ersten sozialen Kontakte zu anderen Kindern aufgebaut.
Die Bezeichnung "Babyschwimmen" ist etwas irreführend, denn die Babys schwimmen natürlich nicht alleine, Mutter oder Vater halten die Kleinen im 1,30 m tiefen Wasser. Es ist auch nicht das Ziel, dass die Kinder schwimmen lernen. Wassergewöhnung und die vielen Möglichkeiten des Wassers stehen im Vordergrund. Dabei helfen die natürlichen Bedingungen: Babys bis sechs Monate haben einen Schwimmreflex, sobald sie mit dem nassen Element in Berührung kommen, fangen sie an, gleichmäßige Schwimmbewegungen zu machen. Auch unter Wasser hilft ein Reflex: beim Tauchen verschließen Babys automatisch Nase und Ohr und öffnen ihre Augen. Trotzdem sind viele Eltern zunächst ein bisschen ängstlich. Der erste Kontakt mit dem Wasser ist für die Babys aufregend, auch wenn sie die Schwerelosigkeit des nassen Elements aus dem Mutterleib kennen. An Land können die Kleinen sich noch nicht fortbewegen und nur begrenzt den Kopf hochhalten. Im Wasser dagegen sind die Möglichkeiten vielfältig und das Wasser reagiert auf die Eigenbewegung der Babys: es spritzt, schäumt, strömt, hebt und senkt sich, das fühlen auch die Kleinen, die auf Berührungsreize viel intensiver als Erwachsene reagieren. Das Wasser auf der nackten Haut verstärkt diese Reize. Manche Kinder haben daher erst einmal großen Respekt vor dem Wasser, auch weil das Schwimmbecken nicht so überschaubar ist wie eine Badewanne. Der erste Schwimmbadbesuch sollte daher ganz langsam beginnen, erst einmal mit dem Baby am Beckenrand sitzen, alles genau betrachten lassen, mit dem Wasser den Körper streicheln.
Die Temperatur des Wassers im Werner-Alfred-Bad liegt bei 32 Grad, diese Temperatur regt die Kleinen zu Bewegungen an, kältere Temperaturen lässt die Babys zu schnell auskühlen. Die Schwimmkurse sind daher für Babys ab 10 Wochen oder 5 kg Körpergewicht geeignet, dann sind die meisten Kinder dazu in der Lage die eigene Körpertemperatur eine Zeitlang zu halten. Wenn Herz und Nieren der Kleinen gesund sind, steht dem fröhlichen Plantschen nichts mehr im Wege. Der Chlorgehalt des Werner-Alfred-Bades ist so gering, dass selbst Kinder mit Neurodermitis ausgiebig baden dürfen. Vor dem ersten Schwimmtag im warmen Wasser, sollten Eltern langsam die Wassertemperatur beim Baden zuhause in der Badewanne abkühlen, von 37 Grad auf 32 Grad. Ein Tipp von Schwimmlehrerin Catrin Ballon: am besten ein Wasserspielzeug, das den Kindern von zuhause vertraut ist, mitbringen - das erleichtert den Anfang.
Wasser bietet den Babys eine enorme Erweiterung des Bewegungsradius, schon nach kurzer Zeit werden die meisten echte Wasserratten. Ganz kleine Säuglinge werden zuerst mit verschiedenen Griff- und Haltevarianten durchs Wasser bewegt und zu eigenen Aktionen angeregt. Mit dem Wasser plantschen, durchs Wasser gleiten, mit einem Spieltier spielen, eine Matte zum greifen und liegen und Spiele mit anderen Babys kommen dann je nach Altersstufe dazu. "Müssen die Kinder auch Tauchen?" ist eine häufige Frage an die Kursleiter - bei allen Anbietern in Potsdam ist klar: Babys müssen nicht tauchen, die meisten Babys haben jedoch nach kurzer Zeit sichtbaren Spaß am Untertauchen und frei bewegen in den warmen Fluten. Kursleiterin und Erzieherin Simone Kotzyba erklärt die Gusstechnik, eine der häufig angewandten Techniken um die Kinder an das Tauchen heranzuführen: Die Kursleiterin zählt bis drei, dann gießt sie einen Becher mit Wasser vor dem Gesicht des Babys aus, die Mutter pustet auf Mund und Nase, damit der Atemschutzreflex ausgelöst wird und sich der Kehlkopfdeckel schließt. Dann wird ein Becher mit Wasser vorsichtig über den Kopf gegossen. Wenn die Kinder dies gut schaffen, wird der Wasserbecher weggelassen, dafür tauchen die Kinder kurz unter. Geschafft!
Anfang und Ende der Kurse werden immer gleich gestaltet, damit bereits die Minis merken: Jetzt beginnt es und jetzt ist Schluss. Das bleibt dann als angenehmes Erlebnis im Gedächtnis der Babys und sie freuen sich auf die nächste Stunde. Nach spätestens 30 Minuten ist das Plantschen beendet, denn auch das Umziehen, das Duschen, das Wickeln und Eincremen gehört zum Programm. Und das ist für die Kleinen schon ganz schön anstrengend. "Die meisten schlafen anschließend tief und fest" erzählt Anja Lehme, ein weiterer großer Pluspunkt für das Babyschwimmen.

Foto: Pinguin Schwimmschule Potsdam

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Süßigkeiten - Lust und Frust bei Eltern und Kind
Schon sind wir wieder mittendrin in der Vorweihnachtszeit mit all ihren süßen Verlockungen. Gebrannte Mandeln, rot glänzende Zuckeräpfel, Zimtsterne, Honigkuchen, die Buden des Weihnachtsmarkts quellen über vor Naschwerk und in den Einkaufsläden drängeln sich die Schokoladen-Nikoläuse im Sichtfeld der Kinder. Die Not mancher Eltern ist groß: wie die Kinder vor Zuckerschock und Karies schützen bei diesem Überangebot?

Schuld ist eigentlich Andreas Sigismund Markgraf, der 1747 den Zucker in der Runkelrübe entdeckte. Bis dahin hatte sich das Zuckerrohr als alleiniger Zuckerlieferant aus Ostasien über Indien und Persien nach Mitteleuropa verbreitet. Zucker galt als eine Köstlichkeit für die Reichen und Mächtigen, er war ein Luxusgut. Mit dem Konkurrenzkampf zwischen Rohr- und Rübenzucker kam es zu einem drastischen Preisverfall und das weiße Gold wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts zum täglichen Bedarfsgut aller Schichten. Und so müssen Eltern heute viel Mühe darauf verwenden, ihrem Nachwuchs einen gesunden Umgang mit Süßem beizubringen. Beim Thema Süßigkeiten zeigt sich einmal mehr, dass Kinder häufig nach dem Lustprinzip handeln und die führende Begleitung der Eltern brauchen, die natürlich über mehr Wissen und Erfahrung verfügen.
"Süßigkeiten sollten etwas Besonderes sein. Dieses Bewusstsein gilt es bei den Kindern zu schärfen", sagt die Potsdamer Ernährungsberaterin Dr. Maren Daenzer-Wiedmer. Wichtig ist es dabei nicht mit Verboten zu arbeiten, denn das verstärkt die Lust auf das Zuckerwerk und führt zu schlechter Stimmung. Statt dessen braucht es feste Regeln und Rituale, damit Kinder (und manchmal auch Eltern) den vernünftigen Umgang mit der süßen Versuchung lernen. Wenn Süßes zu Hause für die Kinder frei zugänglich ist und beim Einkauf automatisch im Einkaufswagen landet, erfahren sie Süßes als alltägliche Nahrung. Daenzer-Wiedmer favorisiert daher eine "Nasch-Truhe", die nach bestimmten Regeln, die mit dem Kind abgesprochen werden, geleert werden kann. So können Kinder ihr eigenes Maß finden. Die Rationen kann man wöchentlich oder täglich vereinbaren, wichtig ist eine angemessene Menge.
Sind im Kleinkindalter vor allem Regeln und Vereinbarungen wichtig, um den Kindern zu einen gesunden Umgang mit Süßigkeiten zu verhelfen, sollten spätestens Schulkinder zunehmend in die Eigenverantwortung entlassen werden.
Doch auch wenn Eltern all das bravourös beherzigen - Quengelattacken nach Süßem kennt wohl jeder, und sie werden auch bei einem sehr bedachten Umgang mit Süßem wohl nicht ausbleiben. Besonders beim Einkauf ist es manchmal ratsam, den Kindern eine selbst ausgesuchte Süßigkeit zu erlauben, damit die Quengelzone an der Kasse nicht zum Dauerstress wird. Am besten bespricht man vorher, dass eine, aber auch wirklich nur eine Süßigkeit ausgewählt werden darf.
Eine Regel beim Naschen ist Maren Daenzer-Wiedmer besonders wichtig: niemals vor dem Essen! Dadurch würde der Hunger reduziert und die wichtigen Nährstoffe aus den vollwertigen Mahlzeiten fehlten dem Kind anschließend. Wieviel Naschkram darf es denn nun aber konkret sein? Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche maximal 10 Prozent der Energiezufuhr in Form von zucker- und fettreichen Süßwaren zu sich nehmen sollen. Bei einem 4-6-jährigen Kind mit einem Energiebedarf von etwa 1.450 kcal/Tag können also etwa 150 kcal vernascht werden, das sind etwa 5-6 Stückchen Schokolade, 6-8 Bonbons, 40 Gramm Gummibären oder 2 Kugeln Eis. Doch Vorsicht: auch die Marmelade auf dem Frühstücksbrot und Softdrinks gelten als zuckerreiche Süßwaren und müssen bei der täglichen Ration berücksichtigt werden.
Auf den süßen Teller zu Weihnachten muss aber natürlich nicht verzichtet werden. "Eine hochwertige Schokolade, Nüsse mit Schale für das Knackerlebnis, selbst gemachte Plätzchen mit wohl dosiertem Zuckeranteil und natürlich Obst.", empfiehlt Daenzer-Wiedmer für so besondere Tage wie den Heiligen Abend oder Geburtstage. Und dann darf wirklich nach Herzenslust genascht werden, ohne warnenden Finger und schlechtes Gewissen.

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