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PotsKids!
Potsdam

Potsdam ist eine Stadt, die sich verjüngt und wächst. Potsdam liegt im so genannten Speckgürtel von Berlin und der Zuzug von Familien mit Kindern ist groß. Auch die Geburtenrate liegt in Potsdam über dem Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2007 wurde Potsdam laut einer Studie von Prognos zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands erklärt. Familien und Kinder prägen das Stadtbild und es gibt viele Angebote für diese Zielgruppe, von Spielwaren- und Kinderbekleidungsgeschäften, über Kinderturnen bis hin zu vielfältigen kulturellen Veranstaltungen. Das Familienmagazin PotsKids! ist die Schnittstelle zwischen Eltern und Anbietern - hier bündeln sich die Informationen! Eltern finden das Familienmagazin an über 360 Auslagestellen und nutzen dieses Medium tagtäglich.

Webseite:
www.potskids.de

 

Unser aktueller Artikel

So normal wie möglich
Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen

Die elfjährige Anna hat seit drei Jahren Asthma: sie leidet regelmäßig unter Husten und Atemnot. Ihr Notfallspray hat sie auch in der Schule immer dabei. So wie Anna geht es acht bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Die Krankheit merkt man ihnen kaum an, aber sie ermüden schneller und sind oft unkonzentrierter als ihre MitschülerInnen. Wissen die LehrerInnen über die Krankheit Bescheid, können sie entsprechend Rücksicht nehmen - nicht nur im Sportunterricht. LehrerInnen, die einen Asthmaanfall rechtzeitig erkennen und wissen, was zu tun ist, geben Kindern und Eltern Sicherheit. Anstatt in Panik zu geraten, beruhigen sie das Kind und rufen notfalls ärztliche Hilfe. Das ist wichtig, denn ein Asthmaanfall kann lebensbedrohlich sein.
Chronisch kranke Kinder gibt es in jeder Schule. Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Kinder- und Jugendgesundheit leiden etwa 17 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland an einer der allergischen Krankheiten Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma. Zu den häufigsten dauerhaften Erkrankungen bei Kindern gehören außerdem orthopädische Probleme, Mukoviszidose, Herz- und Krebserkrankungen, psychische Störungen und immer häufiger auch Diabetes.
Um all diesen Kindern einen möglichst unbeschwerten und normalen Schulalltag zu ermöglichen, haben ErziehungswissenschaftlerInnen und PsychologenInnen der Universität Potsdam in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) Verhaltenstipps zusammengetragen. Die Publikation mit dem Titel "Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen" entstand mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung innerhalb des "Netzwerks Schule und Krankheit". Sie richtet sich in erster Linie an LehrerInnen, ist aber auch für Eltern und PädagogInnen eine empfehlenswerte Lektüre.
Das "Netzwerk Schule und Krankheit" beschäftigt sich sowohl mit chronisch somatischen als auch mit chronisch psychischen Erkrankungen, zu denen etwa Essstörungen, ADHS, Depressionen, Schulangst oder das Tourette-Syndrom zählen. Das Heft soll helfen, die Gratwanderung zwischen Rücksichtnahme und Schutz vor Stigmatisierung zu schaffen, denn auch kranke SchülerInnen sollen und wollen so normal wie möglich behandelt werden. LehrerInnen können nicht die Rolle eines Arztes übernehmen, sollten aber Symptome erkennen und einschätzen können. Dazu gehört etwa, bei Kindern mit Diabetes rechtzeitig die Symptome einer drohenden Unter- oder Überzuckerung zu deuten und die notwendigen Maßnahmen in Notfallsituationen zu ergreifen. Gleiches gilt für Allergien wie etwa Insektengiftallergien oder Nahrungsmittelallergien. Sind diese in der Schule bekannt, können die Kinder besser geschützt werden. Auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen sollten LehrerInnen, deren SchülerInnen regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, kennen.
Rücksichtnahme bei Ausflügen, Klassenfahrten und im Sportunterricht sind für Kinder mit Herzproblemen oder chronischen Darmerkrankungen lebenswichtig. Mehr als 60.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Das "Netzwerk Schule und Krankheit" regt auch dazu an, darüber nachzudenken, wie offen mit der Krankheit umgegangen werden soll. Oft sei es sinnvoll, wenn MitschülerInnen und deren Eltern von der Krankheit wissen, um Verständnis für Ausnahmeregelungen und Verhaltensänderungen zu wecken. Beispiel Leukämie: Kinder, die unter dieser Krankheit leiden, sind einer psychisch stark belastenden Situation ausgesetzt. Sie müssen ihre ganze Energie zur Bewältigung der Krankheit einsetzen und leiden häufig darunter, dass die Umwelt oft "anders" mit ihnen umgeht. Das "Netzwerk Schule und Krankheit" hat deshalb für LehrerInnen einen Musterbrief an die Eltern der MitschülerInnen entworfen, in dem um angemessenes Verhalten und Verständnis für erkrankte Kinder geworben wird.
Auch psychische Erkrankungen wie Essstörungen, ADHS, Depressionen oder Schulangst sind chronische Krankheiten, mit denen sich MitschülerInnen und LehrerInnen immer häufiger auseinandersetzen müssen. LehrerInnen können und sollten gefährdete SchülerInnen darin unterstützen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen - je früher, desto besser. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es, wenn LehrerInnen ihre Wahrnehmung für diese Krankheitssymptome schärfen und sich den Themen stellen. Etwa in Form eines Projekttages, den der Verein "Irrsinnig menschlich" unter dem Titel "Verrückt? Na und!" in der Schule anbietet. Informationen hierzu findet man unter www.verrueckt-na-und.de.

Die Publikation "Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen" gibt es als kostenlosen Download:
www.schuleundkrankheit.de

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Tragen tut gut
Wer sein Baby trägt, genießt Nähe und Freiheit zugleich.

Das kennen wohl alle Eltern: Das Baby ist unruhig, müde oder weinerlich und schreit, wenn es ins Bettchen gelegt wird. Ist es bei Mama oder Papa auf dem Arm, bessert sich die Stimmung schlagartig. Irgendwann schläft es ruhig ein. Kein Wunder, denn Babys lieben es, getragen zu werden. Die Bewegungen und die wohlige Nähe der Eltern erinnern an die Zeit im Mutterleib.
In den meisten Ländern werden Babys und Kleinkinder von den Eltern oder Geschwistern am Körper getragen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war das auch in Europa so. Dann kam das Tragen durch die Erfindung des Kinderwagens aus der Mode. Zunächst war er ein Statussymbol wohlhabender Bevölkerungskreise. Inzwischen ist er selbstverständlich. Babys werden in immer ausgefalleneren Modellen herumgefahren, aber am wohlsten fühlen sie sich nach wie am Körper der Eltern.

Geborgenheit und Bewegungsfreiheit

Anne Steinbach, Tanzlehrerin und Tragetuchberaterin in Potsdam, kann das bestätigen. Mit ihrem inzwischen zweijährigen Sohn hat sie selbst erfahren, wie wohl sich ihr kleiner Sohn fühlte, sobald sie ihn am Körper mit sich herumtrug. "Das Tragen im Tuch oder mit einer Tragehilfe ist für junge Mütter die ideale Form ist, die eigene Unabhängigkeit nicht ganz aufzugeben und gleichzeitig den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden", sagt die junge Mutter. "Es fördert das Urvertrauen, die Hüftreifung, den Gleichgewichtssinn und regt durch Körperwärme und Bewegung die Verdauung des Babys an. Gleichzeitig hat die Mama die Hände frei für Freizeit, Arbeit oder Geschwister."
Seit einem halben Jahr bietet Steinbach in Potsdam Tanzkurse an, in denen Mütter (oder Väter) mit ihrem Baby im Tragetuch Salsa und Streetdance ausprobieren können. "Dabei entspannen sich auch unruhige Babys, während die Mütter sich fit tanzen", so die 27-Jährige. Tragetücher können für den Kurs bei ihr ausgeliehen werden. Außerdem gibt sie praktische Tipps zum Kauf und zur Handhabung. Auch Zwillingsmütter ermuntert sie zum Tragen. "Es kann sehr praktisch sein, ein Kind im Tuch zu tragen und das andere in einem kleinen Buggy zu schieben, anstatt immer mit einer Zwillingskarre unterwegs zu sein."

Verwirrend große Auswahl

Wer sich für das Tragen entscheidet, hat die Qual der Wahl zwischen Tragehilfen und Tragetüchern diverser Hersteller und unterschiedlicher Materialien. Tragetücher sind bis zu fünf Meter lang und 60 cm breit. Es gibt fest gewebte und elastische Tücher. Theresa Decker, Trageberaterin in Potsdam. "Es gibt ein breites Spektrum an Möglichkeiten, da muss jeder herausfinden, was zu ihm passt." Viele haben anfangs großen Respekt vor der Größe der Tücher und der Knot-Technik. Bei den fest gewebten Tragetüchern gibt es je zwei Varianten für das Tragen vor der Brust, auf der Hüfte oder auf dem Rücken € und dazu noch unzählige Spielarten. Beim elastischen Tuch lässt sich das Baby einpacken, wenn das Tuch schon fertig am Körper des Erwachsenen sitzt. Dafür kann man es nur für das Tragen vor der Brust nutzen.
Ein gutes Tragetuch sollte in der Länge fest und diagonal dehnbar sein. Der Stoff darf nicht zu glatt sein, da sich Knoten sonst zu leicht lösen. Zu grober oder zu dicker Stoff schränkt jedoch die Handhabbarkeit der Binde- und Knot-Techniken ein. Ist das Tuch zu dünn, können die Tuchfalten in die Kniekehlen des Kindes einschneiden.
Fertige Tragehilfen sind weniger kompliziert beim Anlegen. "Andererseits passt sich nichts so perfekt dem Körper des Kindes und des Trägers an wie ein Tuch", weiß Decker. Bei fertigen Tragehilfen sollten Eltern darauf achten, dass das Kind rundum fest gestützt wird € auch am Kopf. Die Stegbreite, auf der das Baby sitzt, sollte von Kniekehle zu Kniekehle reichen, damit die "Anhock-Spreiz-Haltung" ermöglicht wird und sich der Rücken des Kindes rund machen kann € die ideale Haltung, um Hüftfehlstellungen entgegenzuwirken.
Anfänger sollten sich ruhig beraten lassen. Theresa Deckers Begeisterung ist ansteckend: "Das Tragen ermöglicht es mir, so viel Nähe und Liebe wie möglich zu geben und bietet mir zugleich eine sehr praktische Seite: die Hände frei zu haben!". Außerdem sei das Tragen auch eine tolle Sache für Väter: "Die bauen dadurch viel Nähe zu ihrem Kind auf."

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